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Das Wort zum Freitag - Bildungsfernsehen?

13.10.2017


 



"Außer Thesen nichts gewesen" fragt der MDR in seiner Sendung "Fakt ist!"

An einer ergebnisoffenen Klärung dieser Frage war er gar nicht interessiert. Das zeigte die Zusammenstellung von drei befragten Bürgern, bei der sich zwei positiv zum Lutherjahr äußerten. Das zeigte sich aber vor allem auch an der Zusammenstellung der Teilnehmer der Sendung.

Dabei waren:

Christian Wolf, Pfarrer der Thomaskirche Leipzig im Ruhestand,

Irmgard Schwätzer, Präses der Synode der EKD,
Maximilian Steinhaus, Regionalgruppenkoordinator der gbs und
Benjamin Lassiwe, freier Journalist in der Diskussionsrunde sowie


Superindendentin Kristin Jahn, ehem. Pfarrerin in Wittenberg und
Dr. Reinhold Brunner, Lutherbeauftragter der Stadt Eisenach,

als Studiogäste mit eigenen Redebeiträgen.

Nun hätte man noch von einem freien Journalisten kritisches Hinterfragen erwarten können, aber das Statement von Steinhaus 

"250 Millionen Euro für den Luther-Hype, so exzessiv hat der Staat noch nie jemand gefeiert und damit gegen seine Pflicht zur weltanschaulichen Neutralität verstoßen." 

konterte Lassiwe sofort mit seinem: 

"Die Co-Finanzierung durch den Staat war gerechtfertigt. Der Staat hat mehr profitiert als die Kirchen." 


Das war echt witzig, denn wenn 202 von 250 Mio von der öffentlichen Hand kommen und gerade mal 48 Mio von der Kirche, war doch eher die der Co-Finanzierer.

Alle anderen fanden erwartungsgemäß, trotz gelegentlicher Kritik an Einzelheiten, das Lutherjahr war sinnvoll und gelungen. Wobei man sich nicht so recht einigen konnte, was eigentlich gefeiert wurde, Luther oder die Reformation.
Wenn Steinhaus kritisierte, einen üblen Hetzer wie Luther dürfe man nicht feiern, kam die Antwort, man hätte ja auch die Reformation gefeiert. 

Wenn es darum ging, die Feier und die damit Beauftragten zu benennen, war es das Lutherjahr und Lutherbeauftragte.

Darf ein weltanschaulich neutraler Staat eine weltanschauliche Feier fördern?

Diese entscheidende Frage wurde kurz abgebügelt.


Natürlich darf er das, denn es wurde ja mit der Reformation ein weltgeschichliches Ereignis gefeiert. Außerdem hätte der Staat durch volle Hotelzimmer Gewinn gemacht, die Kirchen mit Besucherzahlen weit unter den Erwartungen jedoch Minus (Lassiwe). Wie beides, niedrige Besucherzahlen und volle Hotelzimmer, zusammen passt, bleibt mir ein Rätsel. 

So ging es wohl auch Steinhaus, denn er führte an, dass die dann immerhin mit einer öffentlichen Förderung von 900 Euro pro Teilnehmer erreicht wurden. Da dürfte der Staat, trotz einiger Steuereinnahmen mehr, insgesamt großes Minus gemacht haben.

Außerdem würde selbst Gewinn für den Staat den nicht berechtigen, seine weltanschauliche Neutralität aufzugeben. 


Die ist aber, laut Wolf, sowieso nur eine Mär. 


Schwätzer wusste, der muss zwar neutral sein, darf aber rechtlich durchaus mit ihnen zusammen arbeiten. Steinhaus antwortete, das wäre zwar gegenwärtige Rechtsprechung, stünde aber nicht so im Grundgesetz. Gerade in Zeiten, wo immer mehr Menschen die Kirche verlassen und der Anteil Konfessionsloser zunehmend größer wird, müsste sich die ändern.

Lassiwe wies darauf hin, die öffentliche Hand würde auch andere Großveranstaltungen, wie Sportfeste, fördern, verfehlte damit aber wieder einmal das Thema. Die sind wohl kaum weltanschaulicher Natur.
Immerhin forderte er, die Verwendung der Mittel genau zu kontrollieren und festzustellen, wer fragwürdige Aktionen genehmigt hätte.

Ansonsten ging es eher um kircheninterne Fragen. Hat das Lutherjahr die Krise der Kirche verdeutlicht ( Wolf) oder war es ein Highlight, welches ihr Rückenwind gibt (Schwätzer)? Jahn musste auf die Frage, ob sich der massive Einsatz von Geld denn für die Kirche gelohnt und es Kircheneintritte gegeben hätte, antworten, ihr wären keine bekannt.

Schwätzer, die anfangs behauptet hatte, Sinn des ganzen Aufwandes wäre die Feier des Weltereignisses Reformation gewesen, konkretisierte dann am Ende doch noch, worum es eigentlich ging. Das Reformationsjubiläum sollte deutlich machen, was die Beziehung zu Gott an guten Dingen im Leben eines Menschen bewirken kann. 


Vorher wollte schon Wolf, die Grundlagen des Glaubens müssen wieder in der Gesellschaft präsent sein.

Der setzte auch noch einen abschließenden Glanzpunkt. Als Steinhaus forderte, der Staat möge auch Aufklärer ähnlich aufwändig wie Luther feiern und im nächsten Jahr den 70. Jahrestag der Menschenrechte, unterbrach ihn Wolf mit dem Hinweis, die Kirchgemeinden würden das jedenfalls tun. Am selben Tag hätte Luther die Bannbulle verbrannt.
Da konnte Steinhaus nur sanft und verzweifelt lächeln.


 



Den absoluten Knaller setzte aber der Moderator. 


Nach der Schlussbefragung der Teilnehmer, ob die Feierei denn nun sinnvoll war, kam er erneut auf das Geld zu sprechen. 250 Mio klänge erst einmal nach ganz, ganz viel, aber die Fußball WM 2006 hat 3,1 Mrd. Euro gekostet, davon 200 Mio allein die Sanierung des Olympiastadions.


Das war unerträgliche Relativierung und verfehltes Thema, denn die war eben nicht weltanschaulich geprägt.

Vor allem aber war es der klare Nachweis, diese Sendung war kein Bildungsfernsehen sondern astreine Lobbyarbeit. Diese Schlussbemerkung war klar vorbereitete Abschlussaussage.

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen verkommt zum Propagandainstrument der 
Kirchenrepublik Deutschland.

 


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